Empathie toujours

Rauchen ist ungesund! Damit sei an dieser Stelle dem politisch-korrekt -sein Genüge getan. Ich erinnere mich daran, wie ich als kleiner Steppke, auf Oma´s Couch sitzend, über die lustigen Geschichten des kleinen Mannes im Fernsehen lachte. „Wer wird denn gleich in die Luft gehen?!“

„Recht hat er“, sagte Oma, und saugte gierig an ihrer Zigarette. Mit Elfenbeinspitze. Stilvoll elegant.

Später dann der Cowboy, der sich nach langem Ritt und dem Bändigen der letzten wilden Stute die Glut des Stängels am Lagerfeuer entfachte.Vater ließ sich einen Schnauzer wachsen, und ging dann mal eben im Westend Zigaretten holen.

Es kam, wie es kommen musste. Die kleine, französische Austauschschülerin, die mich verführte. Zum Rauchen zuerst. „Liberté toujours“ hatte sie gehaucht mit diesem unverschämt verheißungsvollen Schmollmund. Die elfte Klasse musste ich wiederholen. Fast.

So absolvierte ich eine steile Raucherkarriere. Cholerisch, cool und unwiderstehlich bis zu diesem wunderbaren Tag, an dem meine Frau mir sagte wir bekämen ein Kind. Sie rauchte nicht mehr, und ich immer weniger. Tagsüber dann gar nicht mehr. Aber bei mir dauerte es Jahre.

Und wenn ich heute unterwegs bin fällt mir auf, dass vor jedem Eingang öffentlichen Interesses diese Hotspots für Raucher eingerichtet sind. Gut so. Was aber überhaupt nicht geht ist, dass jeder, der diese Hotspots passieren muss, ohne Rücksicht nikotin-teer-verseucht angeblasen wird. Schade. Denn gelegentlich rauche ich noch immer gern. An lauen Sommerabenden auf der Terrasse zu gutem Gespräch. Und oft helfen mir diese kleinen gemeinen Dinger beim Denken. Bilde ich mir zumindest ein.

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