Einmal voll

Morgen. Stress mal wieder. Immer Stress, morgens. Wecker. Vor mir aktiv. Hänge noch dem letzten Traumfetzen nach, nur um unter der Dusche festzustellen, mich nicht erinnern zu können.
Habe ich geschlafen überhaupt? Kaum zu glauben, und wenn ja, zu kurz. Wie immer. Mit dem Spiegel das erste Meeting des Tages. Halbschlafend. Das Gegenüber gesprächsunwillig. Nach dem ersten Kaffee williger, wahrscheinlich.
Nicht lange später. Auf dem Weg zu Gesprächsbereiten. Vollgetankt im Vorbeifahren. Zeit rennt. Sieben Uhr dreissig. Im Kassenraum einer Tankstelle treffen sich, zufällig meist, neunzehn Zahlungsverpflichtete. Einreihend Reihe bilden. Durchatmen.
Blick schweift nach rechts. Das Mädchen räumt Regale ein. 18 noch. Könnte fast schön sein, ohne bunte Haare. Revolution war morgen. Schon immer. 17 noch. Ungeduld. Drei halbe Schritte nach vorn. Würstchen im Glas neben Milch und Waschpulver. Der Mensch vor mir könnte zugreifen. Sollte er. 13 noch.
Blick nach links. Frischgedrucktes in der Auslage. Weniger frisches auch. Tageszeitungen. Aktuelles von gestern. Heutige Schlagzeile: Wortmeister endlich live am 20.02.2020. Es sollte beschleunigt werden.
Es geht weiter. Inzwischen kann ich die Anzeige der Kasse lesen. Schokoriegel in greifbarer Nähe. Zu früh verlockend. Noch 6, nimm drei für zwei. Und dann bestellt dieser schlacksige Schlacks im zu kurzen Anzug tatsächlich einen Kaffee. Latte. Zeit rennt.
Einmal voll, bitte.

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