Der Einkauf

(Zu Beginn eines jeden Wochenendes begegnet sich die Menschheit auf den Präsentationsflächen all der Sachen, die ein solches schöner machen.)

Für Menschen, die im Straßenverkehr an einem Samstagmorgen alle sonst überlebenswichtigen Verkehrsregeln entweder vergessen, oder zumindest missachten, gelten diese schon gar nicht wenn sie nun Lenker eines Einkaufswagens sind.

Die Menschheit – zurückkatapultiert in die Eiszeit des Egoismus. Der Weltuntergang könnte bevorstehen. Unmittelbar. Jeden verdammten Samstag aufs Neue.

Dabei überlassen die Herren der Schöpfung das Schlachtfeld vor den Kühlregalen und Frischetheken nur zu gerne ihren stark beschleunigten Herrscherinnen über das heimische Wohlergehen. Entbehrt doch das Abwägen zwischen Spaghetti und Farfalle aus männlicher Sicht des tieferen Sinns… alles Pasta. Basta.

Lächelnd löst sich Frau W. von der Fleischtheke. Zwei Kilo Gehacktes vom Schwein. Die letzten zwei.

Erschöpft, aber zufrieden stemmt sie den schier berstenden Wagen stöckelnd in Richtung der Kassen.

Herr W. hingegen steht in diesem Moment noch vor dem Zeitschriftenregal. In Gedanken kniet er hinter der prallen Blondine von Seite sechs. An irgendeinem Strand. Irgendwo. Hauptsache weit weg.

Erst nach dem zweiten Rufen seiner Frau registriert sein Verstand, dass er gemeint ist.

Samstags trägt er immer weite Hosen.

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